Im Beitrag vom 8. Februar 2016 wurde gezeigt, dass der charakteristische Widerstand von Injektionsdübeln für die Versagensart Spalten bei Bemessung nach ETAG 001, TR 029 trotz zunehmender Verankerungstiefe abnehmen kann. Dasselbe Phänomen kann auch bei kombiniertem Versagen durch Herausziehen und Betonausbruch auftreten. Dieses Verhalten widerspricht ebenfalls den Erwartungen der Anwender.

Im Bild ist der Verlauf des charakteristischen Widerstands für kombiniertes Versagen durch Herausziehen und Betonausbruch einer Gruppe mit vier Injektionsdübeln M16 in einem schmalen Bauteil dargestellt. Die Achsabstände der Dübel betragen s1 = 200 mm bzw. s2 = 150 mm und die Randabstände c = 80 mm, das Bauteil ist 280 mm dick. Der Beton ist gerissen und entspricht der Festigkeitsklasse C20/25. Das Bauteil ist normal bewehrt. Die Dübel werden in trockenem/nassem Beton verankert und die Anwendungstemperatur beträgt 40 °C (Kurzzeit) bzw. 24 °C (Langzeit).

In der Zulassung (ETA) des gewählten Injektionsdübels sind für die o. g. Anwendungsbedingungen charakteristische Verbundfestigkeit im ungerissenen Beton von τRk,ucr = 14 N/mm² bzw. in Rissen von τRk,cr = 6 N/mm² angegeben.

Dübelbemessung

Es ist zu erkennen, dass der charakteristische Widerstand bis zu einer Verankerungstiefe von hef ≈ 146 mm abfällt, um dann für größere Tiefen kontinuierlich anzusteigen. Der Abfall des Widerstands für kleine Einbindetiefen ist auf die Begrenzung des charakteristischen Achsabstands scr,Np nach ETAG 001, TR 029, Gleichung (5.2c) auf einen Maximalwert von scr,Np = 3 ∙ hef zurückzuführen. Nach Gleichung (5.2c) beträgt der charakteristische Achsabstand

s_{cr,Np} = 20 * d * \sqrt{ \frac{ \tau _{ Rk,ucr,C20/25} }{ 7,5 } } \leq 3* h_{ ef }

s_{cr,Np} = 20 * 16 * \sqrt{ \frac{ 14 }{ 7,5 } }

s_{cr,Np} = 437,2 \text{ mm}

Bis zu einer Verankerungstiefe von hef = 437,2 / 3 = 145,7 mm ist die Begrenzung auf den Maximalwert von 3 ∙ hef wirksam, d. h., der charakteristische Achsabstand steigt linear mit der Verankerungstiefe an. Dadurch vermindern sich das Verhältnis der idealisierten Bruchflächen Ap,N/A°p,N und der Randeinflussfaktor ψs,Np (Tabelle 1). Dieser negative Einfluss wird durch die lineare Zunahme des charakteristischen Widerstands Rk,p eines Einzeldübels und des Gruppenfaktors ψg,Np nicht kompensiert. Bedingt dadurch verringert sich der Widerstand der Gruppe von NRk,p = 52,16 kN auf NRk,p = 42,61 kN.

DFiXC2-T1 Tabelle 1:

Zwischen hef ≈ 146 mm und hef = 240 mm ist die Begrenzung des charakteristischen Achsabstands auf den Maximalwert von 3 ∙ hef nicht mehr wirksam, d. h., der Abstand ist mit scr,Np ≈ 437 mm konstant. Dasselbe gilt auch für die Flächen Ap,N und p,N sowie den Faktor ψs,Np. Allerdings steigt der charakteristische Widerstand Rk,p eines Einzeldübels an und auch der Gruppenfaktor ψg,Np nimmt zu (Tabelle 2). Folglich vergrößert sich wie vom Anwender erwartet der charakteristische Widerstand der Gruppe.

DFiXC2-T2 Tabelle 2:

Die Begrenzung des charakteristischen Achsabstands scr,Np auf einen Maximalwert kann für kleine Verankerungstiefen zu unerwarteten Bemessungsergebnissen führen, hat aber auch Vorteile. Ohne die Begrenzung wären die Flächen Ap,N und p,N und der Faktor ψs,Np auch für Verankerungstiefen hef = 80 mm bis hef ≈ 146 mm konstant. Lediglich der Widerstand Rk,p nähme linear mit der Verankerungstiefe zu und der Gruppenfaktor ψg,Np würde sich leicht vergrößern. Unter diesen Annahmen würde der charakteristische Widerstand NRk,p der Gruppe bei hef = 80 mm nur noch NRk,p = 20,92 kN statt NRk,p = 52,16 kN betragen. D. h., ohne die Begrenzung würde der Widerstand der Befestigung für hef < 146 mm mit der Verankerungstiefe abnehmen und der Ausnutzungsgrad bei gleichbleibender Belastung zunehmen (vgl. hierzu auch: Mallée, R.: Anmerkungen zur Bemessung von Dübeln nach europäischen Regelungen. Verlag Ernst & Sohn, Beton- und Stahlbetonbau, 2014, Heft 10, S. 699 – 712). Dieses Verhalten entspricht zwar den Erwartungen des Anwenders, nach denen der Widerstand mit zunehmender Verankerungstiefe ansteigt, bedingt aber gleichzeitig gegenüber dem derzeitigen Ansatz eine Abnahme der Tragfähigkeit bei kleinen Einbindetiefen.

(FiXCurious wird fortgesetzt)

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Diese Demoversion ist primär für Ankerhersteller und Händler konzipiert und enthält das Produktsortiment einer virtuellen Firma mit der Bezeichnung Your Company. Die Demoversion enthält mechanische und chemische Anker, die nach ETAG 001, Anhang C, TR 029 und TR 045 bemessen werden. Weitere Informationen zum Thema: Installation und Systemvoraussetzungen.